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21. November 2011

Am 17. November 2011 erhielten in der historischen Salzmine Wieliczka bei Krakau (Polen) die Kneissler Brüniertechnik GmbH und die Fritz Erler Schule Pforzheim jeweils den begehrten EMAS-Award 2011. Der von einer deutschen Künstlerin entworfene Preis wurde von Jeremy Wates, Generalsekretär des European Environmental Bureau (EEB), überreicht. Vier weitere Unternehmen und öffentliche Verwaltungen aus Belgien, Österreich, Griechenland und Italien wurden ebenfalls für ihre innovativen EMAS-Leistungen mit Preisen der europäischen Kommission geehrt.
Die EMAS-Awards sind die prestigeträchtigsten Preise der Europäischen Kommission, die seit 2005 jährlich an EMAS-Organisationen mit herausragenden Leistungen im Umweltmanagement vergeben werden. In sechs Kategorien bewerben sich europäische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen um die begehrten Preise, die jedes Jahr zu einem anderen Aspekt der Umweltmanagement-Verordnung ausgeschrieben werden.
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik gratulierte den Gewinnern und allen Nominierten zu ihrem herausragenden Engagement: „Ich hoffe, dass ihre innovativen Lösungen und ihre erfolgreiche Einbindung unterschiedlicher Akteure andere dazu inspirieren wird, ihrem Beispiel zu folgen. Die ökologischen Herausforderungen, denen wir uns heute gegenüber sehen, gehen uns alle an und erfordern gemeinsames Handeln.“ Jeremy Wates (EEB), der die Jury aus acht internationalen Experten leitete, überreichte die EMAS-Awards 2011 an die Gewinner:
Belvas trennt organische Abfälle, die bei der Schokoladenproduktion anfallen, und verwertet diese in einer Biomethangasanlage. Auch die Energie wird effizient eingesetzt, so schmilzt die Schokolade in einem einzigartigen Energierückgewinnungssystem. Mit Besichtigungen vor Ort und anhand von praktischen Beispielen präsentiert sich Belvas der Öffentlichkeit. Dabei fördert der Schokoladenhersteller den internen und externen Dialog durch Ideenaustausch und Diskussionen über Umweltmanagement und nachhaltige Verbrauchspraktiken.
Der Familienbetrieb bezieht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Umweltschutz ein und belohnt nützliche Vorschläge von ihnen. So führte der chemische Oberflächenbearbeiter eine neue Abfallbewirtschaftungsmaßnahme ein durch die im Produktionsverfahren bis zu 90 % der Kosten eingespart werden. In der Zulieferung setzt das Unternehmen auf Umweltmanagement und bezieht beispielsweise Chemikalien ausschließlich von nach EMAS oder ISO 14001 registrierten bzw. zertifizierten Zulieferern. Kneissler arbeitet außerdem mit einer Umweltschutzorganisation zusammen, um die Auswirkungen des Betriebs auf die Biodiversität und seine Abhängigkeit von Ökosystemleistungen zu beurteilen.
Video-Interview mit dem Geschäftsführer Adolf Stecher (MP4, 9MB)
Der Wiener Kläranlage arbeitet mit Akteuren innerhalb und außerhalb des Betriebs zusammen. Mitarbeiterbotschafter informieren die Öffentlichkeit bei Besichtigungen der Anlage und an Tagen der offenen Tür. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aufklärung von Kindern über den nachhaltigen Einsatz oder die Verwendung von Wasser und Abfall. Des Weiteren wird Einfluss auf die Zulieferer genommen: Ein Zulieferer wurde gebeten, seine Lieferungen von der Straße auf die Schiene zu verlegen, so dass 135 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.
Das griechische Finanzinstitut ist Mitglied im internationalen Lenkungsausschuss und sitzt der europäischen Taskforce zur Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen vor. Damit trägt es zur Integration von nachhaltigen Grundsätzen in das Bankwesen bei. EMAS wird flächendeckend eingesetzt, so ist in jeder Filiale und jeder wichtigen Betriebseinheit eine Umweltbeauftragte ernannt.
EMAS ist in der Schule ein Kernbestandteil des Unterrichts, aber auch im gesamten Schulbetrieb. So arbeiten die Lehrer- und Schülerschaft, Zulieferer, die Schulbäckerei sowie die Gebäudeverwaltung zusammen, um die Umweltleistung der Schule zu verbessern. Durch diese Zusammenarbeit konnten zwischen 1998 und 2009 die CO2-Emissionen der Schule um 35% verringert werden. Alle Aktivitäten der Bildungseinrichtung rund um das Umweltmanagement sind über eine eigene Homepage www.fesaufumweltkurs.de für Interessierte und Mitwirkende öffentlich zugänglich; integriert ist auch ein Forum für den Ideenaustausch.
Video-Interview mit Studienrat Jochen Lutz (MP4, 8MB)
Die Gemeinde Ravenna hat partizipative Strukturen eingerichtet, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie externe Akteure einzubeziehen. 100 EMAS-Repräsentanten in den Gebäuden der Gemeinde Ravenna tauschen in Echtzeit Informationen aus, um die Umweltbilanz zu verbessern. Ein „grünes“ Beschaffungswesen ist entscheidend. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Kauf von Recyclingpapier, Schulmöbeln und anderen Gegenständen aus zertifiziertem Material. Der tägliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch wurde zwischen 2008 und 2010 durch starkes Engagement der Bevölkerung in einem Gemeindeteil um 6% verringert. Die Gemeinde hat außerdem Abfallsammlungsprojekte unter Beteiligung von 13.000 Studierenden und Familien durchgeführt und damit die vorhergehenden Teilnahmezahlen verdoppelt.